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Kreativität in Cannes 2017

Preisträger in Cannes: Kampagnen, die Twitter dieses Jahr wirkungsvoll genutzt haben.

Cannes feiert besonders kreative und innovative Kampagnen aus der ganzen Welt. Anstatt sich schöpferisch zu betätigen, nippt die Werbebranche hier am Rosé und wartet gespannt auf die Bekanntgabe der begehrten Auszeichnungen. Wir haben vier Kampagnen aus der EMEA-Region ausgewählt, die Twitter optimal genutzt haben.

Careem: Die Menschenschleuder, die um die Welt ging

Careem, ein Startup aus Dubai, das einen App-basierten Shuttle-Service anbietet, wollte sich bei der Einführung des Service wirksam in aller Munde bringen. Das Unternehmen hatte die Idee einen Mitarbeiter mit einer Schleuder vom Dach eines Wolkenkratzers in Dubai durch die Luft in ein Netz am anderen Ende der Stadt zu katapultieren. Über WhatsApp ließ Careem drei wichtigen Influencern ein Teaser-Video ohne Markennennung zukommen. Sie posteten das Video sofort in ihren eigenen Twitter Timelines, ohne zu bemerken, dass es sich um eine Anzeige handelte. Innerhalb weniger Stunden wurden fast alle wichtigen Nachrichtenseiten und Blogs in der gesamten Region auf das Video aufmerksam, und auch 9Gag, Unilad, Men's Humor, Herb und sogar die beliebte Band LMFAO griffen es auf. Die Behörden in Dubai mussten so viele Anrufe von den Medien und aus aller Welt entgegennehmen, dass das Dezernat für Cyberkriminalität eingeschaltet wurde und Careem sich schließlich zu dem Stunt bekannte. In der Zwischenzeit war der Teaser weltweit in über 150 Ländern gesehen worden. In 90 Tagen generierte die Kampagne 162 Millionen Impressions auf Twitter. Mit dem Twitter Medienprodukt First View sorgte das Startup dafür, dass Careems Video das erste Video war, das sich Nutzer an diesem Tag ansahen. Das Ergebnis waren 48 Millionen Impressions in drei Tagen mit bemerkenswerten 3,31 Millionen Videoanzeigen.

Amnesty International & Ogilvy: Flüchtlinge twittern Reaktionen in Echtzeit

Tag für Tag lesen Nutzer auf Twitter die neuesten Nachrichten und teilen ihre Meinungen. Aber reicht es, einfach nur zu twittern? Dieses Jahr entschloss sich Amnesty International (), Tweets, in denen Empörung über die Flüchtlingskrise zum Ausdruck kam, Taten folgen zu lassen. Ein Team von Social Media-Managern durchsuchte Twitter nach Tweets, in denen es um die Krise ging. Währenddessen zeichnete eine Filmcrew von Amnesty in Flüchtlingscamps an der somalischen und syrischen Grenze die Echtzeitreaktionen der Flüchtlinge auf diese Tweets auf. Die Flüchtlinge dankten Twitter Nutzern für ihr Mitgefühl, forderten sie unter dem Hashtag  aber auch auf, zu handeln, indem sie sich bei Amnesty registrierten und Staatsoberhäupter dazu anhielten, sich der Krise anzunehmen.

Canal+ & BETC: The Young Pope

Wir alle sündigen auf Social Media: Wir feiern Wollust und Gier, loben stolz unsere Erfolge und versinken in Selbstmitleid. Canal+ suchte mithilfe von IBM Watson diese Tweets und rügte sie in Echtzeit mit passenden Bibelversen, die sich gegen diese Sünden richten. Der AiMEN-Bot wurde pünktlich zum Start von „The Young Pope“ geschaffen, um die frohe Botschaft von der neuen Serie an über vier Millionen Nutzer zu verbreiten. Hüte sich, wer mit Pizza prahlt oder in Tränen zerfließt, weil er den Bus verpasst hat – der AiMEN-Bot sieht alles.

UBrew: Drink Responsibly

Wie bringst du wirklich jede Alkoholmarke in der Welt dazu, die Werbetrommel für dein Bier zu rühren? Du lässt ihnen einfach keine Wahl. UBrew () machte sich die Werbevorschriften zunutze: Die Firma nannte ihr Bier einfach „Responsibly“ und konnte damit den Slogan „Drink Responsibly“ (Trinke verantwortungsbewusst) für sich vereinnahmen. Wann immer große Alkoholmarken auf Twitter zum verantwortungsbewussten Trinken aufforderten, antwortete UBrew in Echtzeit auf diese Tweets und dankte ihnen für ihre freundliche (und kostenlose) Werbung.